In der heutigen Geschäftswelt ist eine zuverlässige Stromversorgung entscheidend, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden und die Kontinuität kritischer Abläufe sicherzustellen. Kommerzielle Notstromversorgungssysteme spielen dabei eine zentrale Rolle, insbesondere angesichts zunehmender Stromausfälle und deren hoher Folgekosten. Dieser Leitfaden erklärt detailliert, wie man ein Notstromsystem professionell auswählt – von der präzisen Leistungsermittlung über die Lastabstimmung bis zur Auswahl geeigneter Startverfahren und dem langfristigen Wartungsmanagement.
Für Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel und Gesundheitswesen ist ein Stromausfall nicht nur ärgerlich, sondern kann existenzbedrohende Folgen haben. Laut Studien verursachen ungeplante Stromausfälle in diesen Sektoren durchschnittliche Umsatzverluste von bis zu 15 % innerhalb der Ausfallzeit. Daher muss die Auswahl eines Notstromsystems präzise an den individuellen Lastprofilen ausgerichtet sein, um eine durchgängige Energieversorgung sicherzustellen.
Zwei Schlüsseltechnologien, die die Effizienz und Zuverlässigkeit moderner Notstromsysteme verbessern, sind die bürstenbehaftete Selbstanregung und intelligente Spannungsregler. Die bürstenbehaftete Selbstanregung gewährleistet durch ihre einfache Konstruktion robuste und wartungsfreundliche Generatoren, die auch bei plötzlichen Lastwechseln stabil bleiben. Intelligente Spannungsregler passen dagegen die Ausgangsspannung dynamisch an Lastschwankungen an, minimieren Spannungsspitzen und schützen empfindliche Geräte.
Die korrekte Dimensionierung beginnt mit der genauen Erfassung des Gesamtleistungsbedarfs, der sich aus der Summe der einzelnen Verbraucher zusammensetzt. Dabei ist nicht nur die Nennleistung ausschlaggebend, sondern auch die Anlaufströme, insbesondere bei Motoren oder Kühlgeräten, die bis zu 3-fache Überlast beanspruchen können.
Beispiel: Ein kleines Restaurant benötigt für Küchengeräte (4 kW), Beleuchtung (1 kW) und Kassensysteme (0,5 kW) insgesamt eine Grundlast von 5,5 kW. Die Spitzenlast durch Anlaufströme wird mit einem Faktor von 2 berücksichtigt, somit sollte das Notstromaggregat mindestens 11 kW bereitstellen.
Neben der Leistung ist die Lastart zu analysieren: ohmsche, induktive oder kapazitive Lasten erfordern unterschiedliche Ansätze bei der Auswahl der Schutz- und Steuertechnik.
In kommerziellen Notstromsystemen dominieren elektrisch gestartete Generatoren aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und automatischen Ansteuerung im Fehlerfall. Handstarter sind eher in kleineren oder mobilen Einheiten verbreitet. Entscheidend ist hier die Reaktionszeit: Elektrostarter können eine Notstromversorgung innerhalb von Sekunden aktivieren, was gerade in medizinischen Einrichtungen lebenswichtig ist.
Regelmäßige Wartung verhindert Ausfälle und erhöht die Lebensdauer. Dies umfasst Öl- und Flüssigkeitswechsel, Überprüfung der Batterien und intelligenten Steuerungseinheiten sowie Lasttests. Fehlerdiagnose mittels moderner Sensorik identifiziert Abweichungen frühzeitig. Empfehlungen sehen mindestens vierteljährliche Inspektionen vor.
Gastronomie: In Restaurants sind Kühlgeräte und Zahlungssysteme kritische Lasten. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass durch die Verwendung eines mit Bürstenbehafteter Selbstanregung ausgestatteten Generators und intelligenter Spannungsregelung die Unterbrechungen unter 5 Sekunden gehalten werden konnten.
Einzelhandel: Verkaufsstellen setzen auf schnelle Umschaltung und Spannungskonstanz. Intelligente Spannungsregler schützen elektronische Kassensysteme vor Spannungsschwankungen.
Medizinischer Bereich: Im Krankenhaus sind kurze Umschaltzeiten und hohe Systemverfügbarkeit Pflicht. Hier werden Notstromsysteme mit redundanten Steuerungen und robusten Startmethoden kombiniert, um Ausfallzeiten gegen Null zu reduzieren.
Häufige Fehlerquellen sind eine ungenaue Lastanalyse, Vernachlässigung der Anlaufströme und unzureichende Wartung. Eine methodische Dokumentation aller Lasten und Lastprofile empfiehlt sich ebenso wie die Nutzung von Prüfprotokollen bei Inbetriebnahme.